Die Frage „Wer zerstört den Regenwald?“ werden die meiste mit „Ich nicht“ beantworten. Aber ist das wirklich so? Schaut man sich an, wofür der Regenwald zerstört wird, dann werden die meisten zwar nicht direkt den Regenwald mit den eigenen Händen zerstören, allerdings indirekt durch den Konsum von Produkten.

Wo liegt der Regenwald?

Quelle: Wikipedia

Der tropische Regenwald befindet sich entlang des Äquators. Dabei sind die größten Länder mit einem tropischen Regenwald die Länder Brasilien, Peru, Bolivien, Kongo, Indonesien, Malaysia und noch weitere kleinere Länder. Also alles Länder, die man schon einmal gehört hat.

Für was wird der Regenwald abgeholzt?

Natürlich gibt es diverse Gründe für die Regenwald Abholzung in den Ländern. Allerdings sind die drei großen Übeltäter etwas was die meisten auch hier in Deutschland bewusst oder unbewusst unterstützen.

  1. Palmöl
  2. Soja
  3. Tropenholz

Wer jetzt denkt „Siehst du ich bin auch indirekt nicht für die Abholzung des Regenwalds verantwortlich“ den müssen wir leider enttäuschen. Bis vielleicht auf das Tropenholz, wird jeder der nicht bewusst auf Palmöl und Soja verzichtet diese im Alltag zu sich nehmen.

Schauen wir uns also einmal, an welche Flächen für welche Produkte genutzt werden. Die Daten sind für das Jahr 2016/2017.

Land Verwendung Fläche
Brasilien Soja Anbau 40 Millionen Hektar [1]
Brasilien Viehzucht 16 Millionen Hektar [2]
Indonesien Palmölplantagen 9,3 Millionen Hektar [3]

Bei einem Hektar handelt es sich um eine Fläche von 100 x 100 Meter oder 1,4 Fußballfelder für eine etwas bessere Vorstellung. Bei alleine 40 Millionen Hektar für den Soja Anbau in Brasilien werden mehr als 56 Millionen Fußballfelder verwendet. Das ist eine Anzahl, die sich keiner mehr Vorstellen kann. Das wäre die Fläche von Deutschland und Niederlande zusammen und dann noch einmal etwas mehr.

Dies wird nur benötigt, um Soja anzubauen. Noch nicht eingerechnet ist die Viehzucht in Brasilien und die Palmölplantagen die größtenteils in Indonesien und Malaysia stehen. Das ist Deutschland, Niederlande, Österreich, Schweiz, Belgien und Tschechien.

Soja aus dem Regenwald

Soja Anbau auf großen Flächen

„Aber ich esse keine Soja Produkte“, selbst wenn du es in Deutschland hier tun würdest, dann würdest du in den meisten Fällen kein Soja aus dem Regenwald essen, sondern Soja welches aus Frankreich, Österreich, Italien, Kanada oder anderen EU Ländern kommt. Also alles weit entfernt vom Regenwald.

Du isst die Sojabohnen auch nicht direkt, sondern die Tiere, die du wiederum isst. Die EU hat im Jahr 2017 alleine 35 Millionen Tonnen Soja importiert [4]. Der größte Teil stammt davon aus Brasilien welches die Plantagen im abgeholzten oder niedergebrannten Regenwald hat.

Konkret bedeutet das also, wenn du Fleisch zu dir nimmst es in den meisten Fällen von Tieren stammt, welches mit Soja aus dem Regenwald gefüttert wurde. Natürlich gibt es hier auch Ausnahmen. Allerdings geht günstiges Fleisch nur wenn die Tiere auch günstiges Essen bekommen haben und Soja bzw. Sojaschrot gehört zu einen, der günstigsten Futtermittel, die es gibt.

Palmöl ist überall!

Palmöl wird in großen Monokulturen angebaut

Palmöl gehört zu den günstigsten Ölen der Welt. Daher finden wir es mittlerweile überall. Es wird zu 68 % in Nahrungsmitteln eingesetzt, 27 % für industrielle Zwecke wie Kosmetik und 5 % für die Energieverwendung [5].

Dabei produzieren Indonesien und Malaysia 85,4 % des kompletten Palmöls im Jahr. Damit ist 85,4 % des kompletten Palmöls aus dem Regenwald. Auch wenn viele Firmen mit Nachhaltigen Palmöl (RSPO zertifiziert) werben, so bleibt es ein Produkt, welches aus dem Regenwald stammt.

Wer sich die Zutaten von Fertigprodukten einmal anschaut, der wird sehr oft das beliebte Öl finden. Seit es die bekannte Nussnugat Creme, die Schokolade, Margarine, Shampoo, Seife und noch vieles mehr.

Aber geht es nicht anders?

Black Agnus Kalb auf offener Weide. So gehört sich das.

Die klare Antwort ist ja, aber dafür müssen wir dann auch ein paar mehr Euro in die Hand nehmen beim Einkauf. Bei Lebensmittel und vor allem beim Fleisch sollte man das aber eigentlich eh immer tun.

Kauf regional, muss es unbedingt das Fleisch aus dem Ausland sein oder tut es nicht auch Fleisch aus Deutschland und vielleicht sogar der Region?

Hier gibt es einen kleinen Bauernhof der Rinder, Schweine und Geflügel züchtet und bewusst auf Soja verzichten. Es wird sogar viel aus der eigenen Ernte verfüttert. Für die Schlachtung müssen die Tiere auch nicht erst hunderte von Kilometer weit transportiert werden, sondern werden direkt ein paar Kilometer weiter geschlachtet.

Das wir dann die 500 Gramm Hackfleisch für 1,95€ nicht bekommen, sondern es kostet 1,35€ für Rinderhack. Ist natürlich erheblich mehr als wie es im Discounter kostet, aber das Fleisch sollte es einem das Geld wert sein. Immerhin essen wir hier immer noch ein Lebewesen. Ein guter Anlauf ist auch die Plattform Marktschwärmer. Was das ist, habe ich euch schon im Artikel Marktschwärmer – Regionale Produkte bequem einkaufen erklärt.

Um auf Palmöl zu verzichten, braucht man oft sogar gar nicht unbedingt mehr Geld in die Hand nehmen bzw. es hält sich in Grenzen. Geht einfach bewusster einkaufen, schaut euch die Zutaten Listen an und sucht nach Alternative. Zu eigentlich jedem Produkt gibt es eine gute Alternative die nicht viel mehr kostet als die Variante mit Palmöl.

Eine gute Möglichkeit um einfach zu checken, ob in einem Produkt Palmöl sich befindet, ist die kostenlose App CodeCheck für Android und iOS[6]. Einfach mit der App den Barcode am Produkt scannen und schon zeigt einem die App an, ob Palmöl verwendet wurde. Vorteil der App, sie zeigt zudem noch an ob weitere bedenkliche Inhaltsstoffe verwendet wurde.

Quellen

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Sojabohne#Die_gr%C3%B6%C3%9Ften_Sojaproduzenten
[2] https://www.pro-regenwald.de/hg_fleisch
[3] http://www.faszination-regenwald.de/info-center/zerstoerung/palmoel.htm
[4] https://www.transgen.de/lebensmittel/1049.futtermittelimporte-europa-sojabohnen-gentechnik.html
[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Palmöl#Produktion_weltweit_und_Anbaugebiete
[6] https://www.codecheck.info/

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